Das Quartett aus der Bodenseeregion in der ungewöhnlichen Besetzung ohne Schlagzeug und Klavier arrangiert die alten Titel für dieses Instrumentarium so gewitzt, dass man oft mehr als vier Musiker zu hören glaubt. Frisch und mitreißend interpretieren sie über 40 Jahre Jazzgeschichte von 'Ballin the Jack' aus dem Jahr 1913 bis zu einer schnellen Version von Horace Silvers 'The preacher' aus dem Jahre 1955. Moderne Anklänge, die weit über den Traditional Jazz hinausgehen, finden sich nicht nur in Dizzie Gillespies 'Ool ya koo'. Dazu kommt eine gehörige Portion Humor, wenn etwa beim 'Tiger Rag' das Martinshorn der Feuerwehr imitiert wird, oder Tom Banholzer bei 'Tiptoe through the tulips' und 'Oh sho be do be' in unverkennbarem Bodenseedialekt singt. Was aber vor allem auffällt, sowohl in den virtuosen Soli als auch im Kollektivspiel, ist die unbändige Spielfreude, die Lust am musikalischen Fabulieren. Die Ideen spielen sich die Vier wie Ping-Pong-Bälle in meist atemberaubendem Tempo zu, besonders schön im Tenorsaxophon-Trompete-Wechselspiel bei 'Crazy Rhythm' zu hören. Und auch der Blues kommt nicht zu kurz, vor allem wenn Lothar Binder zur Mundharmonika greift wie beim 'Tin Roof Blues'.
Es ist immer wieder erstaunlich, welche musikalischen Kleinode die Dixieman Four aus ihrem fast unerschöpflichen musikalischen Kolonialwarenladen hervorzaubern. |